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Wie Mieter sich gegen unberechtigte Maklerforderungen wehren

von Philipp Strocki am in Allgemein, Junge Leute, PrivatkundenKommentieren

 

Seit 1. Juni gilt im Verhältnis zwischen Vermietern, Mietern und Maklern das Bestellerprinzip. Das heißt: Derjenige zahlt die Maklergebühr, der den Dienstleister beauftragt hat. Vermieter und Makler versuchen aber, die Gebühr auf den Mieter abzuwälzen.

Bisher musste in der Regel der Mieter den Makler bezahlen, selbst wenn der Vermieter ihn beauftragt hatte. Fair war das nicht in jedem Fall, aber praktisch für den Vermieter. Denn eine Maklercourtage von mehr als zwei Kaltmieten ist in der Regel kein Betrag, den man eben aus der Kaffeekasse bezahlen kann.

Jetzt gilt seit Juni ein neues Recht: Demnach muss den Makler bezahlen, wer ihn beauftragt. Also in der Regel der Vermieter. Folge: Makler fürchten, dass künftig mehr Vermieter ihre Wohnungen selbst vermieten und ihnen die Aufträge wegbrechen. Darum gibt es bereits Vermutungen, wie künftig die Maklergebühr weiterhin auf den Mieter abgewälzt werden soll:

  • Es gibt Makler, die die Immobilien, die sie vermitteln, in einem geschlossenen Bereich im Internet anbieten. Um an die Wohnungen heranzukommen, muss der Wohnungsuchende zahlendes Mitglied werden. Das System funktioniert natürlich nur in Ballungsgebieten und Großstädten gut, in denen Leerstand Mangelware ist.
  • Andere Makler verstecken ihre Internetseiten vor den Suchmaschinen. So stehen die Angebote zwar im Netz, doch wenn man sie nicht findet, müssen die Wohnungsuchenden auf die Makler zugehen und werden so zum Auftraggeber. Wieder sind sie dann diejenigen, die zahlen müssen.
  • Der Vermieter kann die Miete erhöhen. Zwar wird es in einigen Städten bald die Mietpreisbremse geben, aber längst nicht in allen. Gibt es keine Mietpreisbremse, ist eine Neuvermietung eine Möglichkeit, die Miete zu erhöhen und sich auf diesem Weg die bereits gezahlte Maklergebühr zurückzuholen. Mieter sollten genau prüfen, ob die Miete dem Marktpreis entspricht oder deutlich zu hoch ist.
  • Vermieter könnten die Abschläge für eine eingebaute Küche oder einen eingebauten Schrank erhöhen. Das geht zwar nur in begrenztem Maße, ist aber trotzdem eine Möglichkeit, die Maklergebühr auf den Mieter abzuwälzen. Er sollte sich mit juristischem Rat wehren, sobald er das Gefühl hat, dass der Abschlag für die überlassenen Möbel zu hoch ist.
  • Gegen das Gesetz verstößt, wer Wohnungsuchende vor der Wohnungsbesichtigung unterschreiben lässt, dass sie der eigentliche Auftraggeber sind. Speziell in Gegenden, in denen bezahlbarer Wohnraum Mangelware ist, wird dieses Vorgehen trotzdem Erfolg haben. Denn Mieter sind bereit, sehr viel zu tun, wenn sie keine passende Wohnung finden. Trotzdem sollten Sie sich dann mit dem Schreiben an einen Rechtsanwalt wenden. Sie haben gute Chancen, die Wohnung zu behalten und ihr Geld zurückzubekommen.

Für Mieter, die geprellt wurden, ist der Deutsche Mieterverein oder ein auf Mietrecht spezialisierter Anwalt eine Anlaufadresse.

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