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Alternative Geldanlage: Wald

von Philipp Strocki am in Allgemein, PrivatkundenKommentieren

Wenn Ihnen Wertpapiere von Unternehmen oder Investments in Pharma oder Chemie zu wenig greifbar sind, können Sie Ihr Geld auch in etwas Bodenständigem anlegen, beispielsweise in Bäumen oder vielmehr in Wald. Allerdings sollten Sie dabei einiges beachten.

Die Zinsen auf Sparguthaben sind niedrig, Aktienkurse schwanken von hoch nach tief und zurück. Wer das für sein Geld nicht möchte, der schaut sich nach alternativen Anlagemöglichkeiten um. Eine, die sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit erfreut, ist das Investment in Wald. Allerdings ist auch diese Anlageform nicht risikolos.

Wer sein Geld in Wald investieren möchte, muss weder einzelne Bäume kaufen noch für eine größere Fläche die Verantwortung übernehmen. Er kann ganz bequem beispielsweise in einen Fonds investieren, mit dessen Geld der Wald gekauft wurde und dann über Jahre bewirtschaftet wird. Wenn die Bäume gefällt werden und das Holz verkauft wird, bekommt der Anleger seine Rendite. Das heißt auch: Ein Waldinvestment ist nichts für eine kurzfristige Geldanlage. Und: Wer in einen solchen Fonds investiert, ist oft über viele Jahre gebunden, denn in der Regel handelt es sich um geschlossene Fonds. Braucht man das Geld also kurzfristig, kann es sehr schwierig bis unmöglich sein, die Anteile zu verkaufen.

Andererseits ist die Überlegung, in Wald zu investieren, nicht falsch: Die Weltbevölkerung wächst, Holz wird immer gebraucht. Da aber viel Zeit vergeht, bis das Holz für den Verkauf geeignet ist, und darüber hinaus in vielen Teilen der Welt Wald gerodet wird, kann es eher zu einer Verknappung dieses Rohstoffs kommen und somit langfristig eventuell auch zu höheren Preisen.

Nicht ohne Risiko

Das bedeutet jedoch nicht, dass sich ein Investment in Wald auf jeden Fall vergolden würde. Vielmehr ist die Anlage in Wald riskant:

  • Fällt ein Sturm die Bäume, müssen sie schnell verkauft werden. Doch ein solches Überangebot an Holz führt zu sinkenden Preisen. Darum sollte man zumindest darauf achten, dass die ausgewählten Fonds nicht in Regionen aktiv sind, in denen es häufig schwere Stürme gibt. Außerdem spielt bei der Lage eine Rolle, ob der Wald leicht zu bewirtschaften ist: je schwieriger die Fläche, desto teurer die Bewirtschaftung. Das drückt die Rendite.
  • Noch schlimmer ist ein Feuer oder Schädlingsbefall: In diesen Situationen bleibt kein Holz übrig, das verkauft werden könnte.
  • Da die Anlage in Wald seit einigen Jahren beliebt ist, sind die Einstiegspreise gestiegen – das schmälert die Rendite.
  • Riskant ist außerdem die Anlage in Monokulturen, da die Nachfrage nach einer speziellen Baumart steigen und fallen kann. Wer also zum falschen Zeitpunkt Holz verkaufen möchte, muss vielleicht einen niedrigeren Preis akzeptieren als erwartet. Etwas unabhängiger sind Anleger, die in Mischwald investieren.
  • Schließlich kommt noch das Währungsrisiko hinzu, wenn man außerhalb des Euroraums investiert.

Etwas weniger Risiko tragen übrigens die Anleger, die in offene Fonds investieren. Diese legen das Fondsvermögen nicht direkt in Wald an, sondern in Aktien von Unternehmen, die Teil der Wertschöpfungskette bei Holz sind. Durch eine breite Streuung sinkt somit das Risiko für den Anleger zusätzlich.

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