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Work-Life Balance in der Ausbildung

Work-Life Balance in der Ausbildung

Work-Life Balance – ein geflügeltes Wort, über das man schon seit einigen Jahren vermehrt stolpert. Vor allem durch diverse Medien, aber spätestens mit dem Eintritt ins Berufsleben tangiert einen dieses Thema immer wieder.

Aber um was handelt es sich hier eigentlich? 

Wie die naheliegende Übersetzung schon vermuten lässt, geht es hier um den Einklang von Arbeit und Freizeit im Leben. 

Ich befinde mich jetzt seit einigen Jahren im Berufsleben. Bevor das so war, habe ich mir nie wirklich aktiv Gedanken darüber gemacht, inwieweit ich mir meine Freizeit bewusst einteilen muss.

Der Übergang von „Schule“ zu „Arbeit“

Die Zeit, die man während seiner Schullaufbahn in der Schule verbringt, verglichen mit dem Pensum, das man in der Ausbildung an den Tag legt, weicht stark voneinander ab.

Plötzlich hat man deutlich weniger Zeit für Freunde, Sport und andere Hobbys. Abende oder Wochenenden, die man sonst in Clubs oder Kinos verbracht hat, werden ersetzt durch gemütliche Couch-Abende vor dem Fernseher.

Nächte, die sonst mit Netflix, Social Media oder diverser anderer Unterhaltungselektronik bis in die frühen Morgenstunden mit dem Argument „morgen hab ich doch eh nur 6 Stunden Schule“ verbracht wurden, werden plötzlich ersetzt durch eine fixe Zeit, zu der der Hammer fällt.  

Wach bleiben bis in die Puppen? Fehlanzeige.

So zumindest war es bei mir. Ich bin der festen Überzeugung, dass dieser Übergang von Schule zum Arbeitsleben, zumindest unter dem Gesichtspunkt Freizeit, kein leichter ist.

Ab Tag eins der Ausbildung werden aus den gewohnten 30 (Schul-) Stunden pro Woche knapp 40 volle (Zeit-) Stunden. Die für selbstverständlich genommenen 12 Wochen Ferien im Jahr werden in etwa auf die Hälfte reduziert. Viele Ausbildungsberufe bringen Samstags- und gegebenenfalls Sonntagsarbeit mit sich.

Mehr leisten und weniger Freizeit also. Hm. Klingt irgendwie ernüchternd. 

Aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken – das Ganze ist nämlich viel weniger problematisch als gedacht, denn der Mensch ist schließlich ein Gewohnheitstier. 

Hat man sich erstmal an die neuen Verhältnisse gewöhnt, schaut man auch gar nicht mehr ganz so wehmütig in die Vergangenheit zurück. 😉

Freizeit ist plötzlich ein Gut geworden, was viel mehr geschätzt wird. Ich habe während meiner Ausbildung viel genauer überlegt und geplant, wie ich meine Freizeit verbringen möchte. Denn sie war begrenzter und ich hab diese Zeit viel intensiver und bewusster wahr genommen und genossen.

Also durchaus Gründe, das Ganze optimistisch zu betrachten!

Work Life Balance… schön und gut! Aber wie gelingt’s?

Ziele von Work-Life Balance können verschiedenartig definiert sein. Individuell unterschiedlich wünscht sich der*die eine mehr Zeit mit Familie oder dem*der Partner*in, wohingegen für andere die Zeit für regelmäßigen Sport, oder gar für ehrenamtliche Engagements maßgeblich wichtig ist. Die Gründe sind vielfältig.

Aber warum gerät diese Balance eigentlich bei vielen in eine Schieflage? 

Ich selbst habe mir diese Frage gestellt und an einen Punkt zurückgedacht, an dem ich mich irgendwie unausgeglichen und oft gestresst gefühlt habe.

Im Gegensatz zu meinen beruflichen Anforderungen und Aufgaben, war ich viel eher bereit, bei privaten Angelegenheiten und Interessen Zugeständnisse zu machen. Das passierte allerdings oftmals aus einer Art Automatismus oder Reflex heraus, und ehe man sich’s versieht, war die Zeit für Privatleben, Familie und Freunde stark geschmälert.

Im Vordergrund stand es für mich, in der mir zur Verfügung stehenden Zeit an der Arbeit so viel Effizienz wie möglich herauszuholen. Eine kurze Atempause? No way. 

Auch nach Feierabend waren die Gedanken eher bei den Aufgaben und Herausforderungen des kommenden Arbeitstages. Entsprechend schwierig war es, wirklich mal abzuschalten und die Akkus aufzuladen.

In dieser Situation, in der ich mich irgendwie unausgeglichen fühlte, hat es geholfen, in mich zu gehen und mich zu fragen, was mich wirklich erfüllt und glücklich macht. 

Wie viel Belastung möchte ich mir zumuten? Wo liegen meine Stärken und Schwächen? Wo soll mein Schwerpunkt im Leben sein?

Sobald man, was diese Fragestellungen angeht, eine klare Ausrichtung gewonnen hat, ist es viel leichter, zielgerichtet und bewusst im Leben zu handeln. 

Durch ein bewusstes Zeitmanagement und gezielte Limits, kann man die so herausgefilterte Erkenntnis gut in die Tat umsetzen. Klar entsteht durch die gesetzten Zeitlimits ein gewisser Druck, dem man sich aussetzt.

Allerdings neige ich dazu, mich viel eher an diesen zeitlichen Rahmen zu halten, anstatt zu prokrastinieren, indem ich mich wirklich nur auf eine Sache fokussiere. Das Resultat? Zeitersparnis! Das wiederrum heißt: Mehr Freizeit – Check!

Eine gewisse Konsequenz, sich wirklich nicht ablenken zu lassen, indem man etwaige „Störfaktoren“ bewusst ausblendet, ist dabei natürlich unumgänglich. 

Das Smartphone sollte Teil eurer Freizeit sein. Permanente Erreichbarkeit ist für eine gute Work-Life Balance alles andere als förderlich. Allein alle 15 Minuten „mal kurz“ einen Blick in WhatsApp zu werfen, könnte aus einer Aufgabe, die in etwa eine Stunde in Anspruch nimmt, leicht eine doppelt so lange Angelegenheit machen.

Wie eingangs schon erwähnt, habe ich meinen, mit beruflichen Aufgaben zusammenhängenden Terminen, viel mehr Priorität zugesprochen als meinen privaten Verabredungen mit Freunden und Familie.

Auch hier ist es sinnvoll, zu reflektieren und bewusst Prioritäten zu setzen. Wenn die oben genannte Haltung dauerhaft an den Tag gelegt wird, besteht das Leben nur noch aus Arbeit und anschließendem Ausruhen. 

Dass das auf Dauer ziemlich eintönig und wenig erfüllend ist, liegt nahe – von daher sollte man seinen Bedürfnissen außerhalb des Jobs in etwa gleich viel Bedeutung, wie seiner Karriere beimessen. Natürlich ergibt sich hier zeitweise mal eine Unausgeglichenheit, die aber -wenn zeitlich begrenzt- kein Problem darstellt.

„Lehrjahre sind keine Herrenjahre!“

„Da musst du jetzt erstmal durch!“ 

Die Aussicht, als Auszubildender 3 Jahre lang die Zähne zusammenzubeißen, und die Füße still zu halten, wenn der Schuh in der Ausbildungszeit drückt, ist keine angenehme Aussicht für viele junge Menschen.

Diese leider immer noch vorhandene archaische Einstellung vieler Ausbilder*innen in Betrieben ist mitunter ein Grund für erhöhte Abbrecherquoten Auszubildender, die ihren ersten Schritt in das Berufsleben gesetzt haben. 

Um diese erhöhten Abbrecherquoten zu relativieren, wird oftmals dass Argument genutzt, dass die heutige Generation an Auszubildenden viel verweichlichter sei als die Azubis „von damals“.

Den Eindruck habe ich nicht. Vielmehr haben sich die gesellschaftlichen Verhältnisse gewandelt. Keiner kann ehrlich von sich sagen, dass es ihm in seiner Ausbildung früher nichts ausgemacht hat, 3 Jahre lang den Mund zu halten. 

Und heute ist das nicht anders – nur hat sich durch die Tatsache, dass viel mehr jungen Menschen eine breitere Palette an Ausbildungsberufen zur Verfügung steht, die Konsequenz ergeben, dass sich Auszubildende bei Unzufriedenheit zu Wort melden oder im Zweifel auch Taten folgen lassen. 

Wichtig ist es daher für die Betriebe zu erkennen, dass die klassischen „Kaffeekochkarrieren“ ohne jegliche sinnstiftende und herausfordernde Aufgaben wenig reizvoll erscheinen. Kein Mensch hat gerne das Gefühl, das letzte Glied an der Kette im Unternehmen zu sein, das bestenfalls Hilfstätigkeiten selbständig bewältigen kann.

Klar, sollte die Ausbildung auch keinen Schonwaschgang darstellen – von daher sind motivierende und adäquate Aufgaben, bei deren Bewältigung Erfolgserlebnisse entstehen, unabdinglich, um junge Menschen auch dauerhaft zu halten. Das ist wichtig, da in vielen Betrieben über ein Mangel an jungen Leuten lamentiert wird.

Jungen Menschen mit einer gewissen Sensibilität gegenüberzutreten, ist entscheidend. Man sollte Ihnen zugestehen, dass Zeit auch für sie ein wertvolles Budget darstellt, und genau das bei der Planung des Ausbildungsverlaufs berücksichtigen.

Klar fallen in der Sparkasse auch mal Aufgaben an, die sich irgendwie zäh anfühlen und für deren Erledigung ich wirklich mal die Zähne zusammenbeißen muss.

Aber das ist eher der Ausnahmefall. Die meisten, der mir gestellten Aufgaben nehme ich als Anreiz wahr, meine Fähigkeiten und meine Motivation unter Beweis zu stellen. Das resultiert natürlich darin, dass ich vieles aus meinen Leistungen raushole – was im Idealfall mit positiver Bestätigung von Kollegen honoriert wird. So bricht die Motivation nicht ab.

Kurzum: Eine gute Work-Life Balance bei der Kasseler Sparkasse ist mit dem ein oder anderen Kniff prima erreichbar. Wenn ich nachmittags die Tür des Beratungscenters hinter mir schließe, gehe ich (für gewöhnlich) mit einem positiven Gefühl nach Hause: einen guten Arbeitstag gehabt zu haben, produktiv gewesen zu sein aber am wichtigsten: Ich hatte Spaß! 😉 

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