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Frieden braucht MUT – 100 Jahre Volksbund

Frieden braucht MUT – 100 Jahre Volksbund

Die Geschichte

Ich durfte am Montag, den 17.06.2019, im Rahmen der Aktion „Frieden braucht Mut“ des Völkerbundes, mit meinen Azubikollegen während der Arbeitszeit den Film „Die Unsichtbaren“ besuchen. Bevor ich euch allerdings erzähle, was wir dort erleben durften möchte ich einmal auf den Volksbund eingehen und erklären wobei es sich hier handelt. Seit bereits 100 Jahren kümmert sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit seinem Sitz in Kassel, um die Grabstätten von Soldaten und hilft Familien bei der Suche nach ihren gefallenen Angehörigen. Die Pflege von Kriegsgräbern ist dabei nur ein Teil der Arbeit des Vereins mit seinen über 500 Mitarbeitern und auch 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg werden noch immer Massengräber deutscher Soldaten entdeckt. Viele der Gefallenen gelten auch heute noch als vermisst. Der Volksbund hilft bei der Identifizierung der Soldaten und stellt Kontakt zu den Familien her. Gegründet wurde der Verein nach dem Ersten Weltkrieg.

Der Kinobesuch

Bevor wir uns in einer Kleingruppe von 5 Personen aufmachten Richtung BALI KINO Kassel, hatte keiner von uns irgendeine Erwartung oder Vorstellung, was uns an diesem Tag nochmal ins Gedächtnis gerufen wird. Wir wussten nichts, außer das es sich um einen Film handelt, in dem sich Juden, in einem von Nationalsozialisten besetzten Berlin versteckten, um nicht eines der unzähligen Opfer zu werden. Allerdings ist dies wirklich nur die grobe Beschreibung, darum will ich den Film einmal genauer erklären.

Es ist Berlin, 1943. Die Reichshauptstadt wird als „judenfrei“ erklärt. Sämtliche Juden sind nach Ausschwitz oder in andere Lager gebracht worden, die Stadt ist „sauber“. Und doch gibt es noch ca. 7000 Juden, die sich weiterhin in Berlin aufhalten. Sie verstecken sich, tarnen sich oder tauchen im Untergrund ab. Sie sind quasi unsichtbar. Und sie erhalten Hilfe von Freunden und sogar ihnen völlig Unbekannten. Die ihnen dabei helfen, der Bedrohung durch die Nazis zu entgehen und zu überleben. Der Film erzählt von vier unterschiedlichen Schicksalen aus dieser Zeit. Einer von ihnen ist Cioma, der sich mit dem Fälschen von Pässen über Wasser hält. Während Hanny sich die Haare blond färbt und hofft, in der Masse unterzugehen. Eugen beteiligt sich nachts am Widerstand, taucht aber tagsüber bei einer Familie unter und versteckt sich bei jedem auffälligen Geräusch im Kleiderschrank. Und Ruth gelingt es, sich mit einer Freundin zusammen als trauernde Kriegswitwe zu tarnen und bei einem NS-Offizier als Dienstmagd unterzukommen.

Der Filmmacher verknüpft Interviews mit den überlebenden Zeitzeugen mit Spielszenen, in denen das Erzählte weitergeführt wird. So werden die Überlebensgeschichten der vier Protagonisten fesselnd und sehr authentisch miteinander verknüpft. Durch die Berichte aus den Interviews mit ein paar persönlichen Einblicken in die Welt von damals und das Gefühl der stetigen Bedrohung zum Leben wird hoch emotional nachvollziehbar. Die Grenze zwischen der Fiktion und Dokumentation verschmelzen und ermöglichen eine zu tiefst  berührende Auseinandersetzung mit diesem schwierigen und komplexen Thema. Dieser Film ist in meinen Augen ein Denkmal für all die Menschen, die dabei halfen, die Gefährdeten zu verstecken, obwohl ihnen bewusst war, in welche Gefahr sie sich selbst dabei begaben. Doch, wie eine der Helferinnen im Verlauf des Films erwähnt: Es ging um mehr, als Leben zu retten. Es ging darum, „Deutschland zu retten“. Dieser Aspekt lässt den Film zu einem hochaktuellen Beitrag zu politischen Debatten werden.

Zusätzlich zu dem Film gab es noch eine Fragerunde, mit einer Person die im direkten Kontakt zu Hanny steht. Sie gab uns Auskunft, wie und wo Hanny heute lebt. Sie wohnt in Paris und ist inzwischen 94 Jahre alt.

Unsere Gedanken

Dieser Film und diese Geschichten haben in mir und meinen Kolleginnen einige Frage aufgewühlt. Wir haben uns nach dem Film noch eine Stunde zusammengesetzt und nur über dieses Thema gesprochen und sind alle zu dem Entschluss gekommen, dass dies einer der schrecklichsten Zeiten der Geschichte gewesen sein muss.

Wir fanden es erschreckend wie damals mit den Menschen umgegangen wurde und ehrlich gesagt war es mir auch nicht bewusst, wie schlimm das gewesen sein muss. Denn wir haben ein Problem: die Zeitzeugen von damals sterben nach und nach aus. Meine Großeltern zum Beispiel sind inzwischen um die 70 Jahre alt, sie können sich an damals nicht erinnern. Es waren nur noch Bruchstücke, die sie mir erzählen konnten. Ich habe erst durch den Film wirklich erfahren wie schlimm, dass gewesen sein muss. Denn während des Geschichtsunterrichtes der Schule, ging es in meinen Augen nur um Daten, Zahlen und Fakten. Wie schlimm die Erlebnisse damals gewesen sind, werden kaum betrachtet.

Mein Fazit

Am Ende möchte ich noch einmal kurz meine Meinung erläutern und zwar ist es so, dass dieses Thema uns alle betrifft. Es regt zum Nachdenken an und ich finde dies geschieht in der heutigen Zeit leider viel zu selten. Unser Leben ist gefühlt deutlich schneller und hektischer geworden. Viele Probleme in der Politik werden einfach vergessen, weil der Kopf so voll mit Informationen ist, dass man das gar nicht mehr alles aufnehmen kann. Somit kann es dazu kommen, dass mit die wichtigsten Themen doch nur nebensächlich werden. Allein wenn ich auf die Flüchtlingspolitik schaue, kommen mir jedes Mal neue Gedanken in den Kopf. Uns wird in den Nachrichten erzählt, dass einmal wieder 12 Menschen im Mittelmeer ertrunken sind. Ganz ehrlich bis vor kurzem habe ich gedacht, es sind doch „nur“ 12 Menschen, dafür haben wir doch 100 weitere gerettet. Allerdings fange ich jetzt an, über die Einzelschicksale der 12 Menschen nachzudenken und mir schießen hunderte Fragen auf einmal in den Kopf. Deshalb bin ich der Meinung, dass man sich mit diesem Thema öfter auseinander setzen sollte. Denn es wäre fatal, wenn wir aus dieser schrecklichen Zeit, diesen grausamen Ereignissen und traurigen Schicksalen nichts lernen oder es gar vergessen.

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