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Ausbildung im Corona-Chaos

Ausbildung im Corona-Chaos

 

Das #CoronaChaos hat uns alle gepackt. Ob jung oder alt, berufstätig oder nicht – schnurzpiepegal.
Jeder von uns spürt die Auswirkungen der Krise in einem mehr oder minder starken Umfang.
In dieser Zeit, in der durch ständig aus dem Boden schießende Mitteilungen und News, Mundpropaganda, oder einfach nur Nachdenken, neue Unsicherheiten entstehen, ist jedes Quantum an Transparenz und Klarheit wertvoll.

Meine Idee ist, all denjenigen, die irgendwie im Kontext zum Thema Ausbildung stehen, durch wichtige Infos ein stückweit Klarheit für ihre Situation zu schaffen.

Ich selbst bekomme als Vorsitzender der Jugend-und Auszubildendenvertretung unserer Sparkasse regelmäßig Anfragen zu Themen wie:

„Verlängert sich meine Ausbildung?“

„In welchem Umfang muss ich arbeiten? Droht mir Kurzarbeiterentgelt?“

„Wie sieht es mit dem Berufsschulstoff aus?“

„Was ist mit Prüfungen und insbesondere, meiner Zwischen- und Abschlussprüfung?“

Diese und weitere Fragen möchte ich in diesem Artikel aufnehmen und beantworten. Gibt es darüber hinaus noch Fragen, die euch bewegen? Ihr habt jederzeit Gelegenheit, eure Frage als Kommentar zu hinterlassen. Antwort kommt garantiert! 😉

 

Big? Bigger? Corona!

 

Zu Beginn des Jahres noch nicht wirklich als Bedrohung hierzulande wahrgenommen: Corona – ein Problem, dass weit, weit weg vor sich herdümpelte. Aus dem Virus, welches seinem Namen mit einem Bier mexikanischen Ursprungs teilt, eine weltweite Pandemie werden könnte? Never! Darüber hat sich kaum jemand Gedanken gemacht.
Doch es sollte anders kommen, da bereits binnen kürzester Zeit mehr und mehr Staaten mit Wellen der Infektion konfrontiert werden sollten.
Das Resultat? Eine riesige Herausforderung für die gesamte Gesellschaft. Und natürlich auch für euch als Azubis.

 

Gefahr im Verzug – für meine(n) Ausbildung(sabschluss)?

 

Vorab: viele Fragestellungen, die im Rahmen von Corona und Ausbildung aufgekommen sind, konnten bereits geklärt werden.
Deshalb: Bewahrt einen kühlen Kopf und macht euch keine Sorgen.
Im Folgenden liefere ich euch eine Art FAQ in Interviewform. Alle Antworten beziehen sich auf hessenweite Regelungen. In anderen Bundesländern können die Maßnahmen abweichen.

 

Berufsschule, Prüfungen, Ausbildungsabschluss

 

Wann öffnen die Berufsschulen wieder ?
Gemeinsam mit den Regierungschefs der Bundesländer hat die Bundeskanzlerin über eine Wiedereröffnung der Schulen am 16. April beraten. Das Ergebnis: Schulen, und darunter auch Berufsschulen, sollen am 04. Mai den Präsenzunterricht schrittweise wiederaufnehmen. Hierbei gilt allerdings: Bildungsangelegenheiten sind Ländersache, das obige Ergebnis ist also lediglich eine Empfehlung, die ausgesprochen wird.
Hessen orientiert sich in dem Fall am 27. April. Dann geht’s wieder in die Berufsschule.

 

Wie sieht es mit dem Stoff der Berufsschule aus? Muss ich den nachholen? Wenn ja, wo?
In den meisten Fällen haben Berufsschulen bereits eine (Zwischen-)Lösung entworfen, wie Unterrichtsinhalte vermittelt werden (Aufgaben, die durch Online-Unterricht oder E-Mails abgerufen werden können).
Euer Ausbildungsbetrieb muss euch für die Erledigung der Aufgaben in vollem Umfang nach §15 BBiG freistellen.
Hierbei sollte davon ausgegangen werden, dass eure Berufsschule die Aufgaben analog der Stunden, die ihr eigentlich in der Schule verbracht hättet, konzipiert hat.
Die Unterrichtsaufgaben sind nicht als Hausaufgaben zu verstehen!

 

Wie sieht’s aus mit Klausuren, Zwischen- und Abschlussprüfungen?
Eure IHK-Abschlussprüfungen werden nach heutigem Stand (24. April) vom 16. bis zum 19. Juni nachgeholt. Wenn du Teilnehmer der Abschlussprüfung Teil I im Frühjahr gewesen wärst, kannst du deine Prüfung im Herbst nachholen.
Die Zwischenprüfungen, welche zum Zeitpunkt der Coronakrise hätten abgelegt werden müssen, wurden ausgesetzt. Für Azubis sind dadurch keinerlei Nachteile entstanden.
Berufsschulklausuren, die aus Berufsschulschließungen oder einer persönlichen Quarantäne eurerseits heraus resultieren, gelten als nicht abgelegt und können stattdessen zum nächstmöglichen Termin nachgeholt werden. Eure Berufsschullehrer haben aber die Möglichkeit, eure Leistungen auch anders zu bewerten.

 

Meine Abschlussprüfung verschiebt sich – verlängert sich jetzt auch meine komplette Ausbildungsdauer? Hilfe!
Die Frage ist etwas knifflig. Zum heutigen Stand ändert sich die Ausbildungszeit nicht, sondern endet mit dem vertraglich vereinbarten Ausbildungsende. Sollte eure Abschlussprüfung NACH Ausbildungsvertragsende stattfinden, solltet ihr sicherheitshalber bei der IHK die Verlängerung Eurer Ausbildungszeit beantragen.
Auch Fehlzeiten (durch eigene Quarantäne oder Freistellung des Ausbildungsbetriebes) können dazu führen, dass ihr innerhalb eurer Ausbildungszeit die berufliche Handlungsfähigkeit nicht erlangt. Hier gilt die Faustregel, dass nicht mehr als 10% der Ausbildungszeit durch Krankheit / Freistellung versäumt werden sollten, andernfalls ist eine Verlängerung möglich. Gerade in der aktuellen Phase ist die IHK dahingehend aber sehr kulant und prüft solche Sachverhalte eher zu Gunsten der Azubis.
Falls ihr also von Fehlzeiten dieser Art betroffen seid, tretet rechtzeitig mit euren Ausbildern und der IHK in Kontakt! In den allermeisten Fällen ist aber eine Verlängerung der Ausbildung nicht nötig.

 

Schön und gut. Was aber macht Corona mit meinem Arbeitsalltag?

 

Kurzarbeit für Azubis?
Bis auf wenige Ausnahmen seid ihr von dem Thema Kurzarbeit nicht betroffen, da euer Betrieb dazu gar nicht befähigt ist. Der Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, alle Mittel auszuschöpfen, um die Ausbildung weiterhin zu ermöglichen. Selbst wenn ihr in den „Genuss“ der Kurzarbeit kommt, ist euer Betrieb verpflichtet, euch für mindestens 6 Wochen die volle Ausbildungsvergütung zu zahlen. (§19 Abs.1 BBiG)

 

Ist das Thema Urlaub in irgendeiner Form betroffen?
Keine Sorge! Ihr könnt nicht auf Anordnung des Betriebes in den Urlaub geschickt werden, ähnliches gilt für den Abbau von Überstunden. Ebenfalls darf euer Betrieb euren bereits genehmigten Urlaub nur aus sehr gravierenden Gründen streichen. Solche gravierenden Gründe könnten für Azubis in der Gesundheits- und Lebensmittelbranche auftreten, da diese Branchen aktuell eine besonders wichtige Versorgungsaufgabe für die Gesellschaft wahrnehmen.

 

Wie sieht’s mit Überstunden aus?
Corona hat per sé erstmal keine Auswirkungen an dem geltenden Tarif- und Arbeitsvertrag, durch den die Überstundenthematik klar geregelt ist. Nur wenn sich ein Notfall ereignet (sprich: es gibt eine Katastrophe und nur durch eure Überstunden können Schäden am Betrieb vermieden werden), können Überstunden angeordnet werden. Allerdings darf hier die maximale Arbeitszeit von 48 Stunden / Woche im Durchschnitt von 6 Monaten nicht überschritten werden. So oder so, müssen die von euch geleisteten Überstunden in besonderem Maße vergütet werden (§17 Abs. 3 BBiG).

 

Kündigung und Übernahme
Was Kündigung angeht: auch hier könnt ihr beruhigt schlafen. Aufgrund der Corona-Pandemie ist eine Kündigung nicht gerechtfertigt. Nur wenn der Ausbildungsbetrieb durch längere Zeit zum Erliegen kommt und somit seine Ausbildungseignung verliert, ist eine Kündigung möglich. Sollte sich das bei euch anbahnen, solltet ihr rechtzeitig mit der Agentur für Arbeit in Kontakt treten, damit ihr nahtlos in einen anderen Ausbildungsbetrieb wechseln könnt.Welche Auswirkungen Corona auf das Thema Übernahme hat, ist allerdings schwierig zu beurteilen; dies ist in erster Linie von der wirtschaftlichen Lage (eures Betriebes) abhängig. Bestehende Dienst- und Betriebsvereinbarungen sowie Tarifverträge behalten aber trotz der Krise weiterhin ihre Gültigkeit und gewähren euch daher auch in dieser Situation Schutz. Auch hier ist also eine rechtzeitige Kommunikation mit eurem Betrieb sinnvoll.

 

Also, kein Grund zur Panik…

 

Egal in welcher Situation ihr seid, ich hoffe sehr, dass ihr durch Corona (egal in welcher Form) nicht zu stark beeinträchtigt seid. Gerade in der jetzigen Zeit haben Solidarität und Zusammenhalt höchste Priorität, um diese Herausforderung bestmöglich zu meistern. Für junge Menschen wie uns sind Krisen, die eine solche mega große Reichweite haben, unbekannt. Sowas kennen wir nur von Erzählungen unserer Eltern und Großeltern.
Tja, jetzt sind wir wohl selber mal dran und müssen das Beste aus dem Salat machen.

Haltet zusammen, kommuniziert, denkt an eure Mitmenschen und gestaltet die Zeit so angenehm wie möglich. Ich zum Beispiel gehe in meiner Freizeit aktuell sehr viel Joggen. Die frische Luft und die Auslastung sind ein super Mittel, um den Kopf freizukriegen. 😉 Die Krise hat also bezogen auf die Freizeit nicht nur Nachteile und Einschränkungen. Man beginnt, was seine begrenzten Möglichkeiten angeht, kreativ zu werden und über neue/alte Hobbies nachzudenken.

Ich persönlich fühle mich in der Sparkasse auch aktuell sehr gut aufgehoben. Schon früh wurde reagiert und Maßnahmen zu dem Schutz der Mitarbeitenden (natürlich auch Azubis) getroffen. Wir haben einen Notfallstab, der Tag für Tag die Situation neu beurteilt und entsprechende Maßnahmen verabschiedet.

Bis auf die „face-to-face“ Kundengespräche, die aktuell ausgesetzt sind, hat sich mein Arbeitsalltag nicht gravierend geändert. Trotzdem freue ich mich schon wieder auf persönliche Termine.

Wenn ihr Bock auf eine Ausbildung bei uns habt – wir nehmen gerne Bewerbungen entgegen. Auch Corona hindert uns nicht daran, Einstellungsverfahren durchzuführen, nur eben etwas abgeändert. Also keine Scheu, traut euch!

Wie geht es euch aktuell mit der Krise? Was sind eure persönlichen Strategien und Tipps, um das Ganze zu überstehen? Hinterlasst gerne einen Beitrag als Kommentar. Ich würd mich freuen und bin gespannt!

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